Wildwasserkanal Sömmerda

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An der Unstrut in Sömmerda wurde in den siebziger Jahren ein Wildwasserkanal eingerichtet. Ein Teil des Unstrutwassers wird in eine ca. 500 Meter lange Fließstrecke mit entsprechendem Gefälle und künstlich geschaffenen Hindernissen geleitet. In jeweils ca. 40-70 Meter Abstand sind Hindernisse installiert, die Strömungsverhältnisse schaffen, wie man sie auf schnell fließenden Gewässern antrifft. Nach meiner Einschätzung existieren bei normalem Wasserstand keine größeren Gefahrenstellen. Trotzdem sind Schwimmweste und Helm auf dem Kanal vorgeschrieben. Das Ganze wird von den Sömmerdaer Kanuten betreut, deren sanitäre Einrichtungen des Bootshauses man auch nutzt, wenn man auf der Zeltwiese am Kanal zeltet.

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Am Wochenende vom 28./29. August hatte ich die Möglichkeit, mit den Wildwasserfahrern des USV-Jena zum Wildwasserkanal zu fahren. Als langjähriger Wanderfahrer war ich sehr gespannt, was mich dort erwarten würde. Zwar bin ich auf der Saale bei Jena schon im Slalomboot gefahren, doch hier, das war doch etwas anderes.

Wir trafen uns am Freitag Nachmittag im Bootshaus. Günter hatte den Vereins-Kleinbus gechartert und nach dem uns auch der Bootsanhänger zur Verfügung stand, wurden 10 "Plasteschalen" und Steffens Einer-Faltboot aufgeschnallt und ab ging es (2 ). Wir trafen noch im Hellen in Sömmerda ein. Das Wetter war uns nicht hold, es regnete. Wir waren deshalb froh, dass Anne S. ein großes Gemeinschaftszelt organisiert hatte, in dem alle 10 Teilnehmer sich zum Abendbrot niederlassen konnten. Die Eifrigsten gingen noch kurz vor der Dunkelheit aufs Wasser. Am nächsten Morgen wagte auch ich mich. Wir stiegen nach kurzem Imbiss gegen 6.00 Uhr in die Boote, um vor den vielen anderen auf dem Wasser zu sein. Außer uns waren noch mindestens 40 andere Kanuten angereist. Im Laufe des Tages verteilte sich das dann auf die einzelnen Hindernisse, nur an der Einfahrt gab es gelegentlich "Plasteverstopfung". Die Eingangswelle war auch zu schön für die Erfahreneren und die Rodeoboot-Kanuten zum surfen ( 8). Das Bild 4 zeigt Anne S. vor der Einfahrt zum Wildwasserkanal mit Blick auf den alten Ortskern von Sömmerda (6), in Bild 67 ist Bertram zu sehen, wie er gerade in den Wildwasserkanal einfährt. Das Bild 9 zeigt den Anfang des Kanals aus einer anderem Perspektive. Die Einfahrt in den Kanal klappte bei mir noch recht gut. Doch kurze Zeit darauf war es schon passiert. Bereits nach einer halben Stunde musste ich das zweite Mal das Wasser aus dem Boot schütten. Eine Kenterung ist aber nicht tragisch, sofern man einen Neoprenanzug trägt. Das Wasser ist nicht tief und man kann sich meistens selbst helfen, trotzdem bekommt man schnell Respekt vor der Wucht und der Heimtücke das Wassers. Einmal falsch angekantet bei der Einfahrt aus dem Kehrwasser in die Hauptströmung - ein Bad ist fällig! Wie man es richtig macht zeigen Günter (22 ) und Anne S. (13 ). Günter hat sich viel Mühe gegeben mich und noch zwei andere Neue in die Fahrtechnik auf Wildwasser einzuführen. Ich habe mich dann vorwiegend mit der Einfahrt ins Kehrwasser versucht, um im schnellen Wasser auch dort anzukommen, wo ich hin will (62 ). Erstaunt war ich über die vielen Kinder auf dem Kanal und wie gut viele von ihnen ihr Boot beherrschten. Sehr beeindruckt hat mich die Fahrweise von Anne B. (31 ). Sie zeigte, dass man auch ohne große Muskelkraft mit sicherer Bootsführung und Technik Wildwasser meistern kann. Nicht alle unserer Gruppe habe ich im Bild erfasst, so habe ich zum Beispiel keine Aufnahme von Steffens Faltbootfahrt auf dem Kanal. Ein besonderes "Highlight" war es für Jenny zusammen mit Günter in einem Wildwasserzweier zu surfen (80 ). Zwischendurch gab es immer Zeit für Gespräche und Begegnungen (84 ) . Sehr gut gefallen hat mir die Kameradschaft und Hilfsbereitschaft in der Gruppe ; rundum eine gelungene Veranstaltung für die ich nochmals Günter Hoffmann und allen Teilnehmern danken möchte.

Bilder und Text Klaus Schimpke

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